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Gib Acht! Teil VIII an die Macht!

Monoton wechseln die Zeit-und Klimazonen in den Tropen zwischen heiss, sehr heiss und sehr, sehr heiss. Nur am fruehen Morgen und am spaeten Abend laesst die Sonne etwas Gnade walten. Je laenger die ‚hot season‘ in Thailand dauert und die Regenzeit auf sich warten laesst, desto mehr wird das Wetter zum Mantra der Gespraeche. ‚Hot…‘ heisst es dann. Mehr gab es nicht zu sagen. Die Sonne verbrannte nicht nur die Erde, sie versengte auch das Gehirn.

Lethargisch und schlaff naeherten sich die Zeiger der Uhr, dem Tag, an dem atombombenartige Wolkengebilde anfangen sich am Himmel zu bilden. Ein gewaltiges Grollen kam naeher und naeher. Regenwand auf Regenwand explodierte Tag und Nacht am Horizont. Eine heisse Dusche aus Feuchtigkeit, die in jede einzelne Pore drang, prasselte durch die Wolkendecke. Das ist ein gewaltiger Zauber, der auch etwas faulig und morsch nach Verwesung riecht. Wunden oeffnen sich und eiterten zu immer neuen Kreationen.

Das ist die dunkle und finstere Seite der Tropen, von der man an den aufgeraeumten Traum-Straenden der Back-Packer und Pauschaltouristen nur wenig spuert. Der Strand ist die Verlaengerung der Flughafenhalle. Fertig verpackt und portioniert verlaeuft die Beach-Zeit bis zum Retour-Flug, wie das ruhige Plaetschern von einem Deko-Springbrunnen. Der touristische Blick gleitet nur kurz ueber die Elendsbehausungen, die sich neben den Gleisanlangen langziehen, nachdem der Zug die Hua Lamphong-Train-Station in Richtung Insel-Paradies verlassen hat. Ob unter den fliegenden Haendlern, die lautstark ihre Ware in den Gaengen anpreisen, die sie in Eimern und an Harken durch die Abteile schleppen, auch Bewohner der Slums von Bangkok sind, die taeglich in der Gluthitze unter Wellblech schmoren?

Spektakulaer erhob sich der rote Feuerball der Sonne am Horizont. Metallisch ratterte das Raederwerk unter den Dielen vom Holzfussboden, der die Schwingungen ungedaempft uebertrug. Das Ballett der Vorhaenge zwischen den aufgerissenen Zugfenstern wehte im Fahrtwind. Je mehr der Zug Tempo gewann, desto infernalischer wurde der Geraeuschepegel. Quitschend und kreischend protestierte das Material vor Anstrengung, wenn der Zug stoppte und sich wieder in Bewegung setzte. Neidisch betrachte Greta Thunberg die reiche Essware von ihrem Sitznachbarn. Askese war nicht gerade der starke point von Lord Buddha. Er glich mehr dem uebergewichtigen Gluecksgott, der in China-Restaurants weltweit den Eingang schmueckte. Mehfach war Greta bereits eingedoest. Der rote Ball, der in der Morgendaemmerung aufstieg, war jetzt eine gleissende Sonne. Schon wieder stand der Zug auf freier Strecke. Unbarmherzig drang die Gluthitze durch die Fenster.

Zur Ueberraschung von Greta Thunberg meldete sich ihr Nachbar und uebermittelte schoene Gruesse von Engel und Co und den satanischen Diensten. ‚Die Weltrettungsmaschine ist noch in Arbeit. Ich fuerchte bis zur Rettung der Welt musst du dich noch ein wenig gedulden. Ich habe eine zornige Falte auf deiner Stirn entdeckt, die dringend glattgebuegelt werden muss. Weltrettungsmaschinen lassen sich nur total relaxt und super entspannt in Gang setzen. Der naexte Ort an dem wir halten ist dafuer bestens geeignet. Hast du jemals das Beduerfnis verspuert an einem unbekannten Ort, der dir auf den ersten Blick gefaellt, spontan auszusteigen? Jetzt ist dafuer die Gelegenheit.‘

Lord Buddha laechelte fast schon eine Spur zu entpannt. Seine letzte zornige Falte hatte er schon vor langer, langer Zeit plattgebuegelt. Bei Greta Thunberg dagegen machte sich besagte Falte wieder bemerkbar, was bedeutete, das sie ihr Hirn anstrengte. Ausserdem hatte sie Hunger. Ihr Knaeckebrotvorrat war am Ende. Dieser Lord Buddha koennte ihr ruhig was abgeben, dann wuerde ihr auch das Denken leichter fallen. In diesem Moment aechzte und ruckelte der Zug. Langsam – sehr, sehr langsam – setzte sich das Raederwerk in Gang. Lord Buddha bot ihr Obst an. Was dann folgte war eine krasse, fette Reste-Verwertungs-Party.

Sichtlich gesaettigt und deutlich relaxter war Greta Thunberg wieder in der Lage ihr Hirn anszustrengen, als sie nur wenig spaeter an der Station anhielten. ‚Why not? Call it a day! Morgen ist auch noch ein Tag! Zugfahren in Thailand ist zwar mega Leinwand. Aber auch hardcore hammer hart anstrengend.‘ Ihr war jetzt mehr nach Meer und Haengematte. Eine leichte Brise kam durch das Abteil geweht. War das die entfernte Brandung der Wellen? Hoerte sie nicht das Meer rauschen? Also packte sie ihren Rucksack und stieg aus. Fuer Lord Buddha gab sie noch liebe Gruesse retour an Gott & Co in Auftrag. Die Lautsprecherdurchsage knackte und kraechzte und die Bimmel an der Station laeutete zur Abfahrt. Betont langsam und unter sehr viel Laerm und Anstregung machte der Zug sich wieder auf den Weg.

Waehrend Greta Thunberg sich auf den langen und beschwerlichen Weg machte, ein besserer Mensch zu werden, fuetterte Angela Merkel die Fische im Golf von Thailand. So richtig schoen abgekotzt, das war erst kuerzlich, bei der letzten Kabinettssitzung. Da musste mal wieder die Mutti ran. Listig laechelte sie und schwelgte still in Erinnerung. Manchmal war es garnicht so schlecht eine Angela Merkel zu sein. Wer war Angela Merkel? Ihre Kritiker behaupten von ihr, sie waere ein ausserirdisches Wesen. Kam Mutti von den Sternen? Praegend fuer ihren Charakter war die FDJ. ‚Bau auf! Freie deutsche Jugend! Bau auf!‘ Das waren noch goldige Zeiten. Aus guten, alten FDJ-Zeiten hatte sie auch ihre Trinkerkondition noch uebrig, die sie bei diversen Staatsbesuchen trainierte. Deswegen war sie auch nur maessig ueberrascht, als Putin, als erste Massnahme, zum Umtrunk einlud.

Als sie mit Donald Trump noch nichtwissend im Hubschrauber von Bangkok nach Pattaya helikopterte, konnte sie schlecht ahnen, wessen Vissage ihr als erstes begegenen wuerde: die fiese Falten-Fresse Gerhard Schroeder! Wie kam das Penner-Gesicht auf die Putin-Luxus-Yacht? Natuerlich (was sonst?) gruesste er prostend mit einer Flasche Bier in der Hand. Gepflegtes Bier nannte er das. Morgens. Mittags. Abends. Bierchen. Bierchen. Bierchen. Mit dem einen saufen? Muss nicht sein! Dieser abgehalfterte Putin-Spezi schlug ihr derartig auf den Magen, das sie sich mehrfach uebergeben musste. Zum Glueck hatte sie fuer solche Faelle eine Spezi-Trinktechnik parat. Wenn die Glaeser die Runde machten, liebte sie es, aus taktischen Gruenden, die Herren warten zu lassen. Prost? Zum Wohle? Ex und Hopp? Nee! Sie dankte erstmal Putin fuer die grossartige Trinkbar. Dann Donald fuer sein schickes Hemd und Gerhard fuer seine tolle Hose. Deren Fressen wurden immer laenger, der Saufdruck immer haerter. Dann empfahl sie sich fuer kleine Maedchen. Den Herren war es recht. Jetzt durften sie bloede Witze machen. Von unten hoerte sie Geschrei und Gepolter. Sollen die mal machen und sich den Rest geben. Morgen war ihr Tag! Morgen war der Tag der Angela Merkel!

Statt sich die Lichter auszuschiessen, liessen Noi und Minife es sich bei Papaya Salat extra scharf mit Mango-Klebreis und Pfannenkuchen super suess im Restaurant ‚Bangkok am Meer‘ gut gehen. Das Restaurant bestand aus Klappstuehlen und Klapptischen neben einem mobilen Stand auf einer Strandpromenade. Ueber dem Flussdelta des Chao Phraya Rivers segelten dichte Vogelschwaerme. ‚Das sind Moewen aus Sibirien, die jeden Winter in Thailand Urlaub machen‘. Minife staunte nicht schlecht ueber die Moewen, die den Besuchern auf der Terasse das Essen aus den Haenden rissen. ‚In den 60er Jahren gab es hier ein Tanzlokal. Meine Oma traf sich hier immer mit ihren Freunden. Wer genug hat von der schlechten Luft in Bangkok, kommt am Wochenende und fuettert die Moewen.‘

‚Liebe Noi! Bitte erzaehl mir noch wie die Geschichte vom fraenkischen Frank und der grossartigen Zabosa weitergeht? Bitte! Bitte! Weitererzaehlen!‘ ‚Also gut: Der fraenkische Frank und die grossartige Zabosa starteten eine heftige On/Off-Beziehung. Die grossartige Zabosa war nicht nur gartenschlank, bildhuebsch und oberschlau, sondern auch mega-verfressen. Der fraenkische Frank musste Zabosa nonstop mit Resten aus der Restekammer von Frankie-Town versorgen. Je mehr potato chips mit Bier die grossartige Zabosa runterspuelte, desto missgelaunter und unleideiger wurde sie, wenn kein Nachschub kam. Irgendwann waren alle Reste weggefuttert. Das ging garnicht! Die grossartige Zabisa schmiss den fraenkischen Frank wie einen alten, abgeranzten Stoff-Teddy-Baer in die naexte Ecke. Die Frank-Mutter wurde von einem Staubsauger weggesaugt und die Streichelmonster uebernahmen die Macht in Frankie-Town.

Frank musste in die down town city-zone von Frankie-Town umziehen. Down town hiess auch Proll-Stadt. Weil: In der Proll-Stadt wohnten die Internet-Prolls, die sich in einer kryptischen Programmiersprache unterhielten. Der fraenkische Frank hielt sich dort mit Pfand sammeln ueber Wasser. In der Gaststaette ‚Zur letzten Lockerung“ trafen sich die Frank-Exilanten zu Schwarzbier und Essig-Chips. Die grossartige Zabosa wurde Serien-Star in einer daily-soup. Der Catering-Service der Serienproduktion loeste die Verorgungsprobleme mit potato chips und Bier fuer immer und Zabosa musste nie wieder Hunger leiden. Der fraenkische Frank sah sie nur noch in der Glotze, wenn er an der Theke von der letzten Lockerung seine Essig-Chips mit Schwarz-Bier runterkippte. Dann fuellte sich sein linkes Auge mit einer kleinen, salzigen Traene und er seufzte traurig. So ist das nun mal: Wo die Liebe hinfaellt, da waechst kein Gras mehr.‘

Wie geht es weiter?

Waechst wirklich kein Gras mehr in Frankie-Town?

Was passiert am Tag der Angela Merkel?

Uebernimmt Mutti die Weltherrschaft?

Fortsetzung folgt